rasender Reporter

Zu einer Berichterstattung eines Eishockey-Matchs gehört es mit dazu, auch Stimmen/Interviews nach dem Spiel zu holen. Das ist ja der grosse Vorteil gegenüber denen, die nicht vor Ort sind.
Bei olympischen Spielen ist auch dies klar geregelt und definiert – wer, wo, was darf oder eben nicht.

Da wir von hockeyfans.ch keine Rechte an Audio-Inhalten haben, dürfen wir natürlich auch keine Aufnahmen publizieren. Aber aufnehmen und schreiben was wir hören dürfen wir.
Um diese Stimmen nach den Partien (oder allenfalls auch nach einem Training) zu holen, gibt es eine Interviewzone – eine sogenannte “Mixed-Zone”. Weil sich hier Medien und Sportler vermischen 🙂 An anderen Orten kann/darf man keine Interviews führen. Unter Corona-Regime heisst dies aber auch 2m Abstand und logischerweise Maskenpflicht – wie überall.

In der Praxis läuft ein Spiel so ab:
ich mache es mir auf der Pressetribüne bequem und von hier aus verfolge ich das Spiel und beginne auch schon mit dem Telegramm und dem Spielbericht. Damit die Journalisten mit dem weniger geschulten Auge nichts verpassen, hat es an fast jedem Platz auch ein Bildschirm wo das Spiel live übertragen wird und auch die Zeitlupen und Wiederholungen sofort studiert werden können. Zudem kann man sich am Laptop den offiziellen live Spielbericht (Strafen, Torschützen, Statistiken etc.) aufschalten.

Arbeitsplatz auf Pressetribüne

Am Ende des Spiels, oder je nach dem sogar schon vorher, geht es dann darum, möglichst rasch vom Platz auf der Pressetribüne in diese Mixed-Zone zu kommen. Diesmal sind zum Glück nicht überaus viele Journalisten vor Ort – noch 2018 gab es ein richtiges Gerangel um die guten Plätze. Und trotzdem sollte man schnell sein, denn die Sportler sind froh, wenn sie noch vorbeihuschen können, ohne dass einer doofe Fragen stellt.

Mixed-Zone
Mixed Zone
Mixed-Zone


Bei diesem “Wettrennen” gilt es eigentlich immer mind. ein oder mehrere Stockwerke zu überwinden, irgendwelche Gänge langzulaufen und die Aufpasser zu überwinden. Manchmal muss man auch vor dem Spiel eine “Bewilligung” für die Mixed-Zone holen, damit sie einem durchlassen. Dort angekommen kann man einem Helfer angeben, mit welchem Sportler*in man reden möchte. Dieser sollten dann schauen, dass der/die gewünschte nicht einfach durch huscht. Man kann selbstverständlich auch bei anderen einfach mithören oder das Aufnahmegerät hinhalten.

Ich selber habe so ein Aufnahmegerät mit Verlängerungsarm, weil ich mir unmöglich alles im Kopf behalten kann. Und da man den Sportler ja zitiert, sollte es auch stimmen was man schreibt. Und nicht etwas von irgendjemand, was man aufgeschnappt hat. Und deshalb geht man nach der Mixed-Zone entweder wieder auf die Pressetribüne oder falls man noch alles zusammenpacken konnte in den Press-Workroom. Ein meist geheiztes und spartanisch eingerichtetes “Grossraumbüro”. Hier mache ich den Bericht fertig und stelle ihn online und mache was sonst noch so ansteht… Bis zum nächsten Spiel oder man ein Haus weiterzieht.

Press-Workroom

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.